Letzter Eintrag auf dieser Website

Feedback / Gästebuch

Fehler und Änderungsvorschläge
bitte hier melden !
 (auf Buch klicken)

website translate



In der Homepage suchen 

Loading

Viele Foto's der Kirche Herznach


Niederschlags-Radar
Wetter Wetter in Herznach


Klosterkirche (Muri AG)


click-35-35-35-35 Frauenkirche Dresden

 

Weitere schöne Kirchen!


Besucher ab 17 April 2011


Ein Rundgang: Die St. Nikolaus Kirche aussen und innen


Situation und Anlage des Herznacher Kirchhofs erweisen sich als eindruckliche Symbiose von Architektur und Landschaft. In ländlicher Behäbigkeit thront die vielgestaltige, mauerumringte Baugruppe auf einem sanft auslaufenden Hügelsporn und schaut uber die gemauerten Giebelhäuser des stillen Fricktaler Dorfes. Die schmucke Pfarrkirche, welche das Ganze beherrscht, gipfelt im schlanken, weithin sichtbaren Glockenturm. Einem regional verbreiteten Kirchentyp folgend sind Turm, Schiff und Chor axial aufgereiht und erhalten in der plastisch geformten Schaufront des Chorhauptes eine wirkungsvolle architektonische Auszeichnung. Beidseits des stattlichen Kirchenbaus ducken sich wie Trabanten das schlichte Beinhaus und der wohnliche Pfarrhof, der mit seinem abgewalmten Satteldach zum Dorf überleitet.

Obwohl Schiff und Chor vom steil durchlaufenden Kirchendach vereinigt werden sind die drei Bauetappen der heutigen Anlage am Äusseren der Kirche klar ersichtlich so unter anderem am unterschiedlichen Material der Werksteine, indem für den Chor der grüne, für die übrigen Partien der gelbe, einheimische Sandstein zur Verwendung gelangten. Der hochgemute spätgotische Käsbissenturm, wahrscheinlich im frühen 16 Jh. erbaut, überragt den Kirchenfirst um das Doppelte. Sein Glockenstuhl, durch ein Kaffgesimse gegen den Schaft abgesetzt, öffnet sich an den drei Hauptseiten In je einem doppellanzettingen Masswerkfenster. Den Turmunterbau flankieren traufseits gleich wuchtigen Strebepfeilern zwei Treppenhauser unter Pultdächern. Bündig an deren Aussenflucht schliessen sich ostwärts die beiden grossflächigen und spannungslosen Seitenfronten des 1691/ 92 erbauten Kirchenschiffs mit je drei hohen Rechteckfenstern, unmittelbar überleitend In die konvex ausschwingenden Nebenfassaden des Chors von 1718/ 19, welche abwechslungsweise von toskanischen Hausteinpilastern bzw. Stich und Rundbogenfenstern gegliedert werden. Die dortigen Fenstergewande, an den Bogenansätzen leicht einspringend, zeigen das gleiche elegante Karniesprofil wie die Schiffsfenster. Ihren Hohepunkt erfährt die rhythmisch angelegte Chorarchitektur in der vorgewölbten Ostpartie, deren zwei volutenförimge Schaugiebel die gekrümmte Dachhaut eigenwillig durchstossen. An die Westseite des Turms lehnt sich unter hohem Walmdach das geräumige Vorzeichen mit blockhaftem Pfeilerpaar, vorgesetzten Pilastern, halbrunden Arkadenbögen und stuckiertem Kreuzgewölbe, beherrscht vom Hauptportal. Dieses, ein rundbogiger Säulenportikus, birgt in der Ädikula des durchbrochenen Segmentgiebels das Standbild des Kirchenpatrons St. Nikolaus zwischen zwei sitzenden Engeln mit Füllhörnern. Das überdachte nordseitige Eingangsportal umschliesst ein toskanisches Türgericht mit gesprengtem Muschelgiebel.

Vom Vorzeichen her gelangt man durch die längsrechteckige, kreuzgewölbte Vorhalle (Turmerdgeschoss) ins Kircheninnere, das durch seine farbenprächtige Gesamterscheinung überrascht. Das weiträumige Langhaus und der energisch eingezogene Chor sind deutlich voneinander geschieden. Ähnlich wie am Aussenbau erleben wir den Übergang vom kastenhaften Langhaus zum überkuppelten Ovalchor als dynamische Steigerung des Raumbildes. Bei aller Kompliziertheit räumlicher Durchdringung offenbart die zentralisierende und rechteckig ummantelte Choranlage eine logisch klare Gestaltung. Ein kreisförmiges, von zwei gangartigen Sakristeien und offenen Emporen begleitetes Raumgebilde, das sämtliche Anräume wie ein magnetisches

Kraftfeld beherrscht, durchdringt sich mit der halbrunden Altarapside sowie dem querrechteckigen Vorjoch und lässt den einheitlich überwölbten und pilastergegliederten Chor als längsgerichteten Ovalraum erscheinen. Mit sicherem Elnfühlungsvermögen wurde dieser ongrnelle Raumgedanke in den scheinperspektivischen Architekturmalereien der Gewölbezone, einem reichinstrumentlerten Nischentambour mit freien Durchblicken auf Himmels- und Heilgenszenen, weiter ausgesponnen und mittels indirekter Lichtführung aus den grossfenstrigen Seitenemporen sublimiert.


Ebenso bemerkenswert für eine Landkirche ist die Ausstattung des Gotteshauses. Der lichte und festliche Charakter des Innenraums wird wesentlich gepragt von den italienisch-hochbarocken Stukkaturen, die sich trotz des zeitlichen Unterschiedes in Langhaus und Chor überraschend einheitlich ausnehmen. Neurones prächtige Schiffsdecke von 1694 mit Ihrer strengen Perl- und Blattstabteilung und den felderfüllenden Akanthusranken, Blattzweigen, Palmwedeln und Cherubimsköpfen erscheint wie eine von Holz in Gips übertragene Kassettendecke. Um einen Grad differenzierter In Motivwahl und Modellierung sind die um 1718 entstandenen Chorstukkaturen. Im Einklang mit dieser Stuckzier werden die Wände und Decken von zyklischen Malereien belebt. An den beiden achtekkigen Hauptspiegeln der Schiffsdecke gedrängte, tafelbildmässige Kompositionen der Himmelfahrt Mariae und der Muttergottes als Himmelskönigin,

in den vier konzentrischen Eckmedaillons ganzfigurige Bildnisse der Kirchenväter (moderne Kopien nach spätbarocken Darstellungen in der chnstkatholischen Pfarrkirche in Zuzgen) und an der nördlichen Schiffswand symbolische Darstellung der Immakulata. Den Chorbogen umschliesst ein Kranz von fünfzehn vergoldeten Rundmedaillons mit den Rosenkranzgeheimnissen. Die Chorfresken von Francesco Antonio Giorgoli sind in der Art von illusionistischen Guckkastenbildern angeordnet und zeigen folgende Darstellungen aus dem Leben des Kirchenpatrons St. Nikolaus von Myra: Bischofsweihe, Auferweckung der drei ermordeten Schüler (nördliche Empore), Errettung des Schiffes aus Seenot, Bau der Kirche des Heiligen (südliche Empore), Traum des Kaisers Konstantin, Rettung des Volkes vor dem Hungertod (Seitenwände im Vorjoch), Zerstörung des Götzenbildes (Chorbogen), Tod des Heiligen (Vorjoch), Verehrung seines Leichnams (Apside) und Glorie des Heiligen (Gewölbezentrum), begleitet von zehn sinnreich alludierenden Symbolkartuschen über den Wandpilastern.

Schliesslich an der Innenseite des Chorbogens Wappen des Chorherrenstiftes Rheinfelden, dem Kollator von Herznach. — Mit dem Bildkreis der Wand- und Deckenmalereien thematisch verknüpft ist das Bildprogramm der Altäre. Das dreiteilige, grau-schwarz marmorierte und blau gelüsterte Retabel des Hochaltars, um 1732 von Johann Isaak Freitag geschaffen, zeichnet sich durch hervorragende bildhauerische und fassungstechnische Qualitäten aus. Am reichgeschnitzten, als Kuppelbau ausgebildeten Tabernakel die Statuetten des Ecce-Homo und der vier Evangelisten, daruber, flankiert von zwei schwebenden Anbetungsengeln, ein versilberter Kruzifixus mit den eucharistischen Symbolen Pelikan und Weinstock.


Heilige der Kirche Mehr zu den Heiligen der Kirche

In den beiden seitlichen Retabelmschen ausdrucksmächtige Bildwerke der heiligen Nikolaus und Martin. Sodann im Altaraufsatz, zwischen Sebastian und Rochus, sturmisch bewegte Engelsglorie mit hoheitsvoller Rosenkranzmadonna, der sich das visionäre Heiligenpaar Dominikus und Katharina von Siena (an den Emporenpfeilern) über den Chorraum hinweg mit empfangender Gebärde zuwendet. Die beiden stuckmarmornen grau-rosafarbigen Seitenaltare in den geschmeidigen Formen des verklingenden Rokoko schmucken wiederverwendete Bilder von Franz Theodor Kraus, 1712. Muttergottesaltar (Evangelienseite): Geburt Christi und heilige Helena (Oberblatt); Altar des Katakombenheiligen Felician (Epistelseite): Anbetung der heiligen Drei Könige und heilige Katharina (Oberblatt), kunstvoll gefasster Feliciansschrein, 19. Jh. — Als Opferaltar Lyoner Tisch, 17. Jh. (aus Kunsthandel). Ferner prunkvolle Kanzel mit mehrfarbig gelüstertem Régence-Dekor aus der Werkstatt von Freitag, um 1732. Am säulengegliederten Polygonalkorb Figuren der Kirchenväter, auf dem Schalldeckel Bekrönungsstatue des Salvators. Unterhalb der Kanzel reichskulptierter, barocker Taufstein. Das zwölfplätzige, beidseits vor dem Hochaltar segmentbogig angeordnete Chorgestühl mit einfachen Intarsien und Säulengliederung. An den Wangen des Kirchengestühls von 1694 phantasievoll geschnitzte Fratzen und Rollwerkkartuschen. Auf der Orgelempore (geschweifte und stuckierte Brüstung 1970) Orgel (16 Register) von METZLER & Söhne, Dietikon ZH, mit schmuckem Prospekt im Barockstil (1972) und bekrönender Muttergottesstatue von Johann Isaak Freitag (ehemalige Prozessionsfigur).

Das Pfarrhaus nördlich des Chors ist ein mittelalterlicher, 1625 und 1690 umgestalteter Giebelbau mit kirchhofseitigem Schneggenturm. Südwestlich der Kirche liegt das nachgotische Beinhaus, ein doppelgeschossiger Mauerbau mit knappem Giebeldach und seitlichem Laubenaufgang; darin aufgestellt: einer der letzten in der Schweiz erhaltenen Pestsärge,


( Heilige der KircheDer Pestsarg ist ein Sparsarg, auch Josephischer Gemeindesarg oder Klappsarg, ein wiederverwendbaren Sarg,

            den Reformkaiser Joseph II  1785 in Österreich einführte. Das Fricktal gehörte damals zu Vorderösterreich !)



17. Jh., ferner eine vorzügliche hochbarocke Kreuzigungsgruppe von 1706.

und die "Ablösung" am Friedhof

Am nördlichen Dorfausgang romanischgotische Verena-Kapelle, deren zwei bedeutende Ausstattungsstücke — Landelous-Kreuzigungsrelief (um 950) und sogenannter Herznacher Altar (um 1516) sich heute im Historischen Museum des Kanton Aargau

 

 

Text aus dem Schweizerischen Kunstführer / Foto's P.Marty

 

       ch-kunstfuehrer

 

Dies ist eine mit page4 erstellte kostenlose Webseite. Gestalte deine Eigene auf www.page4.com