Letzter Eintrag auf dieser Website

Feedback / Gästebuch

Fehler und Änderungsvorschläge
bitte hier melden !
 (auf Buch klicken)

website translate



In der Homepage suchen 

Loading

Viele Foto's der Kirche Herznach


Niederschlags-Radar
Wetter Wetter in Herznach


Klosterkirche (Muri AG)


click-35-35-35-35 Frauenkirche Dresden

 

Weitere schöne Kirchen!


Besucher ab 17 April 2011


Flügelaltar aus der St.Verenakapelle Herznach

Der spätgotische Flügelaltar aus der Verenaka­pelle in Herznach (heute kantonales Histori­sches Museum Aargau*) wurde ver­mutlich 1516 in einer Basler Werkstatt gefertigt. Dank seiner ausgezeichneten künstleri­schen Qualität und seines vorzüglichen Erhal­tungszustandes (einzig das bekrönende Ge­sprenge fehlt) gilt er als Hauptwerk der mittel­alterlichen Altarbaukunst im Aargau.

* Info: Der Herznacher Altar ist im Moment im Sammlungsdepot und nicht öffentlich zugänglich ! (Gemäss E-Mail Anfrage beim Museum Aargau) 

 

 

  • Basel, um 1515
  • wohl Dominicus Guntersumer (Werkstatt)
  • Flügelinnenseiten und Relieffiguren aus Lindenholz, Schreinfassung aus Tannenholz, Farbfassung, Lüster, Pressbrokat, geschnitztes Laubwerk
  • Höhe 162 cm, Breite 369 cm
  • Inv. Nr. K-305

Beschreibung

Der Altar besteht aus einem mittleren rechteckigen Schrein mit zwei Flügeln. Im Schrein stehen vier geschnitzte Figuren: der Heilige Eligius mit dem Pferdefuss in der Hand, die Heilige Verena mit Brot und Kamm, die Heilige Agatha mit der ausgerissenen Brust und der Heilige Ägidius mit der Hirschkuh. Die Oberseite des Schreins ziert ein geschnitztes, vergoldetes Astwerk. Die Vorderseiten der Klappflügel zeigen im Relief geschnitzte Figuren. Links erkennen wir die Heilige Elisabeth von Thüringen mit Brot und Kanne zwischen zwei dünnen Säulen, die einen Spitzbogen tragen; im rechten Flügel steht die Heilige Barbara mit dem Turm unter einem Rundbogen, der ebenfalls von zwei dünnen Säulen getragen wird. Die Flügelrückseiten sind bemalt. Dargestellt sind die Heilige Verena, die Kranke pflegt und nochmals die Heilige mit der Thebäischen Legion. Beide Flügel tragen oben das österreichische Wappen. Auf der Predella ist die Heiligen Sippe in vier Szenen dargestellt, umgeben von Schriftbändern. Die Altarrückseite zeigt auf drei Feldern Blumen mit gerollten Blättern (ev. Akanthus).

Verwendung

Das Schnitzwerk zählt zu den wichtigsten Werken spätmittelalterlicher, gotischer Kunst in der Schweiz. Der geschlossene Kasten zeigt die Alltagsseite mit der Ansicht der aussen bemalten Flügel. An Feiertagen wurde er geöffnet und zum Vorschein kam der Schrein mit den vollplastischen Figuren im Gehäuse und den reliefierten Flügeln. Der Altar stand einst in der Verenakapelle in Herznach, die gemäss mündlichen Überlieferungen als ältestes Gotteshaus des Fricktals gilt.

Kontext

Die Heilige Verena liegt in der Nähe, in Zurzach, begraben. Verena kümmerte sich um Arme und Kranke und wurde in der ganzen Schweiz, insbesondere im Raum Zurzach und Solothurn, ihrem Wirkungsgebiet der Legende nach, verehrt. Als Hauptfigur ist sie auf dem Altar viermal dargestellt. Dennoch werden ihr die anderen Figuren mittels Grösse und Ausgestaltung gleichgestellt. Es handelt sich um ein ausgewogenes, symmetrisch angeordnetes Gruppenbild von Heiligen, die gereiht in strenger Formation stehen und trotzdem dank reich geschwungenen Gewandfalten, leicht geneigten, meisterlich porträthaft ausgeführten, zarten Gesichtern und schwach gedrehten Körpern die kompakte Fügung lockern. Die reliefierten Flügelgestalten sind unter Arkaden in illusionistisch vorgetäuschten Fluchten platziert. Der reiche Faltenwurf wird mittels Vergoldung betont. Damastartiger, vergoldeter Hintergrund beleuchtet die Figuren.

Die Heiligen zeugen von einer Volksfrömmigkeit, die im Spätmittelalter zu einem reichen Kult ausgewachsen war. Drei der Altarheiligen, Eligius, Barbara und Agatha wurden insbesondere von Menschen, die im Bergbau arbeiteten, um ihren Beistand angerufen. Da im oberen Fricktal im Mittelalter der Bergbau vielen Ansässigen eine Erwerbsmöglichkeit bot, liegt die Vermutung nahe, dass womöglich Bergleute den Altar gestiftet haben.

Hergestellt wurde das Werk vermutlich in Basel, wahrscheinlich vom Basler Holzschnitzer Dominicus Guntersumer. Am 20. Juli 1516 weihte der Basler Weihebischof Telamonius Limpurger die Kapelle und den Altar ein. Bevor er ins Gewerbemuseum kam, stand er auf dem Kirchenspeicher. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte das stark malträtierte Werk unter anderem mit Geldern des Bundes von der Kirchgemeinde Herznach erworben werden. Mehrere aufwendige Restaurationen lassen es in neuer Pracht erscheinen.

(Quelle: https://www.ag.ch/de/bks/kultur/museen_schloesser/museum_aargau/historische_sammlung/sammlungen_1/varia/ethnographica_diverses.jsp )

Der mit damasziertem Goldgrund geschmückte Schrein birgt in gleichmässiger Aufreihung vier Statu­en der heiligen Eligius, Verena, Agatha und Ägidius, beidseits flankiert von entsprechenden Altarflügeln mit perspektivischen Figurenre­liefs der heiligen Elisabeth und Barbara. In­nerhalb dieses plastischen Ensembles atmet jede Einzelgestalt individuelles Leben. Die Predella mit ihrer reizvoll gemalten Darstellung der heiligen Sippe und die ebenso bemalten Rück­seiten der beiden Flügel mit Szenen aus dem Leben der heiligen Verena schliessen den Bild­kreis des kunstreichen Altarwerkes.

(Aus dem Buch AT Verlag1987: Der Aargau im Spiegel seiner Kulturdenkmäler / Peter Felder)

 

 

Ein spätgotischer Flügelaltar als Zeuge des Fricktaler Erzbergbaus?

In der Herznacher Verena-Kapelle von 1516, deren Ursprung ins 7./8.Jahrhundert zurückgeht, war ursprünglich auch ein hölzerner Flügelalter mit sechs Heiligenfiguren, der heute im Museum auf Schloss Lenzburg * bestaunt werden kann. In den beiden Flügeln stehen die Heilige Elisabeth von Thüringen und die Heilige Barbara und im Mittelteil die Heiligen Eligius, Verena, Agatha und Aegidius. Eligius mit dem Attribut Hammer ist der traditionelle Patron der Schmiede und aller metallverarbeitenden Gewerbe. Barbara wird von den Bergleuten, den Tunnelbauern, aber auch von den Metallgiessern und Schmieden verehrt, und Agatha, weil sie mit glühenden Kohlen gemartert wurde, ist Patronin der Köhler und Hochofenarbeiter.
(Von Linus Hüsser, von der Website: http://www.sghb.ch/SGHB_Minaria22b.html#Huesser2)

* 

 

Dies ist eine mit page4 erstellte kostenlose Webseite. Gestalte deine Eigene auf www.page4.com