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Würdigung:

 

Herznach gründet vor allem im künstlerischen Reichtum und in der Originalität der Choranlage, die Linus Birchler als «eines der reizvollsten Raumgebilde der barocken Schweiz» gepriesen hat. Erstaunlich früh ist hier die Idee des elliptischen Chorraums realisiert worden. Ausfuhrender Architekt und offenbar massgeblicher Planentwerfer war der von Bernbeuren bei Schongau (Bayern) geburtige Säckinger Stadtbaumeister Johann Pfeiffer. Der Architekturgedanke von Herznach könnte demnach unmittelbar aus der bayerischen Bautradition erwachsen sein. Das experimentierfreudige 18. Jh hatte eine ausgesprochene Vorliebe fur den längsgerichteten kuppelbedeckten Ovalraum, der als Synthese von Longitudinal- und Zentralbau eine Grundtendenz barocker Raumgestaltung verkörpert. So entstanden gleichzeitig nebeneinander die Klosterkirche Weltenburg (1716-1721), die Karl-Borromaus-Kirche (1716-1739) und die Kirche der Salesianerinnen (1717-1728) in Wien, das Weissenauer Chorprojekt (1717) und der Chorbau von Herznach (1718/19). Die Entwicklung führt dabei vom geschlossenen, struktiv gegliederten Ovalraum zur doppelschaligen Raumellipse. Im Herznacher Chor, der sich in weitgespannten Doppelarkaden nach den beidseitigen Oratorien hin öffnet, ist dieses spätbarocke Raumideal bereits zum Teil verwirklicht. Anlagen wie Franz Beers unausgeführter Weissenauer Chor und insbesondere Dominikus Zimmermanns Wallfahrtskirche in Steinhausen (1727-1733) sind Weiterbildungen und Modifikationen des doppelschaligen längselliptischen Raumes, der schliesslich In Zimmermanns weltberühmter «Wies» (1746-1754) seine letzte Erfüllung findet. In seiner geistreichen Invention und Gestaltung erweist sich der Herznacher Chorraum als ein spätbarockes Gesamtkunstwerk von Rang. Besonders hervorzuheben ist sein müstergultig restauriertes plastisches Ensemble, das an der Aarauer Ausstellung «Barockplastlk des Aargaus» (1972) den künstlerischen Höhepunkt darstellte und zum Schlüsselwerk für die Wiederentdeckung seines Schöpfers — Bildhauer Johann Isaak Freitag aus Rheinfelden — wurde.

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