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Flügelaltar aus der St.Verenakapelle Herznach

 

Der spätgotische Flügelaltar aus der Verenaka­pelle in Herznach (heute kantonales Histori­sches Museum Aargau*) wurde ver­mutlich 1516 in einer Basler Werkstatt gefertigt. Dank seiner ausgezeichneten künstleri­schen Qualität und seines vorzüglichen Erhal­tungszustandes (einzig das bekrönende Ge­sprenge fehlt) gilt er als Hauptwerk der mittel­alterlichen Altarbaukunst im Aargau.

* Info: Der Herznacher Altar ist im Moment im Sammlungsdepot und nicht öffentlich zugänglich ! (Gemäss E-Mail Anfrage beim Museum Aargau) 

 

 

Originalgrösse, auf Bild klicken !

Flügelaltar aus Herznach

 

  • Basel, um 1515
  • wohl Dominicus Guntersumer (Werkstatt)
  • Flügelinnenseiten und Relieffiguren aus Lindenholz, Schreinfassung aus Tannenholz, Farbfassung, Lüster, Pressbrokat, geschnitztes Laubwerk
  • Höhe 162 cm, Breite 369 cm
  • Inv. Nr. K-305

 

Beschreibung

Der Altar besteht aus einem mittleren rechteckigen Schrein mit zwei Flügeln. Im Schrein stehen vier geschnitzte Figuren: der Heilige Eligius mit dem Pferdefuss in der Hand, die Heilige Verena mit Brot und Kamm, die Heilige Agatha mit der ausgerissenen Brust und der Heilige Ägidius mit der Hirschkuh. Die Oberseite des Schreins ziert ein geschnitztes, vergoldetes Astwerk. Die Vorderseiten der Klappflügel zeigen im Relief geschnitzte Figuren. Links erkennen wir die Heilige Elisabeth von Thüringen mit Brot und Kanne zwischen zwei dünnen Säulen, die einen Spitzbogen tragen; im rechten Flügel steht die Heilige Barbara mit dem Turm unter einem Rundbogen, der ebenfalls von zwei dünnen Säulen getragen wird. Die Flügelrückseiten sind bemalt. Dargestellt sind die Heilige Verena, die Kranke pflegt und nochmals die Heilige mit der Thebäischen Legion. Beide Flügel tragen oben das österreichische Wappen. Auf der Predella ist die Heiligen Sippe in vier Szenen dargestellt, umgeben von Schriftbändern. Die Altarrückseite zeigt auf drei Feldern Blumen mit gerollten Blättern (ev. Akanthus).

 

Verwendung

Das Schnitzwerk zählt zu den wichtigsten Werken spätmittelalterlicher, gotischer Kunst in der Schweiz. Der geschlossene Kasten zeigt die Alltagsseite mit der Ansicht der aussen bemalten Flügel. An Feiertagen wurde er geöffnet und zum Vorschein kam der Schrein mit den vollplastischen Figuren im Gehäuse und den reliefierten Flügeln. Der Altar stand einst in der Verenakapelle in Herznach, die gemäss mündlichen Überlieferungen als ältestes Gotteshaus des Fricktals gilt.

 

Kontext

Die Heilige Verena liegt in der Nähe, in Zurzach, begraben. Verena kümmerte sich um Arme und Kranke und wurde in der ganzen Schweiz, insbesondere im Raum Zurzach und Solothurn, ihrem Wirkungsgebiet der Legende nach, verehrt. Als Hauptfigur ist sie auf dem Altar viermal dargestellt. Dennoch werden ihr die anderen Figuren mittels Grösse und Ausgestaltung gleichgestellt. Es handelt sich um ein ausgewogenes, symmetrisch angeordnetes Gruppenbild von Heiligen, die gereiht in strenger Formation stehen und trotzdem dank reich geschwungenen Gewandfalten, leicht geneigten, meisterlich porträthaft ausgeführten, zarten Gesichtern und schwach gedrehten Körpern die kompakte Fügung lockern. Die reliefierten Flügelgestalten sind unter Arkaden in illusionistisch vorgetäuschten Fluchten platziert. Der reiche Faltenwurf wird mittels Vergoldung betont. Damastartiger, vergoldeter Hintergrund beleuchtet die Figuren.

Die Heiligen zeugen von einer Volksfrömmigkeit, die im Spätmittelalter zu einem reichen Kult ausgewachsen war. Drei der Altarheiligen, Eligius, Barbara und Agatha wurden insbesondere von Menschen, die im Bergbau arbeiteten, um ihren Beistand angerufen. Da im oberen Fricktal im Mittelalter der Bergbau vielen Ansässigen eine Erwerbsmöglichkeit bot, liegt die Vermutung nahe, dass womöglich Bergleute den Altar gestiftet haben.

Hergestellt wurde das Werk vermutlich in Basel, wahrscheinlich vom Basler Holzschnitzer Dominicus Guntersumer. Am 20. Juli 1516 weihte der Basler Weihebischof Telamonius Limpurger die Kapelle und den Altar ein. Bevor er ins Gewerbemuseum kam, stand er auf dem Kirchenspeicher. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte das stark malträtierte Werk unter anderem mit Geldern des Bundes von der Kirchgemeinde Herznach erworben werden. Mehrere aufwendige Restaurationen lassen es in neuer Pracht erscheinen.

 

Quelle: aus dem Buch «Mer luege Zrugg» Herznach 1097 - 1997

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